Urban Sports Club Kündigung – Vorsicht, sonst zahlen Sie!

Zusammengefasst:
Wer die ‘Urban Sports Club’ (USC) Mitgliedschaft pausiert und aus der Pausierung heraus kündigen möchte, ist gezwungen einen aktiven Mitgliedsmonat zu zahlen, bevor die Kündigung wirksam wird.

Bitte beachten: Dies ist ein Erfahrungsbericht und spiegelt persönliche Eindrücke wieder.

Geschichte

Im Mai 2018 habe ich eine 3-monatige Probemitgliedschaft beim Urban Sports Club (USC) begonnen. Das Konzept selbst fand ich spannend und auch die Umsetzung überzeugte. In den 3 Monaten konnte ich eine Reihe verschiedener Sportstudios ausprobieren und recht flexibel Kurse besuchen.

Kurz vor Ablauf der 3 Monate pausierte ich fristgemäß meine Mitgliedschaft, da ich zu diesem Zeitpunkt unsicher war, inwiefern sich die Mitgliedschaft für den kommenden Monat lohnen würde (durch Urlaub/Reisen war ich wenig vor Ort).
Diese Pausierung verlängerte ich kurze Zeit später ein weiteres Mal (wieder fristgemäß).

Nachdem ich mich dann doch für einen anderen Weg entschieden hatte, beschloss ich, meine pausierte Urban Sports Club Mitgliedschaft zu kündigen.
Der Vorgang selbst war unproblematisch und binnen weniger Minuten im Nutzerkonto vollzogen. Die Bestätigungsmail folgte kurz darauf:

Einen Monat vor meinem Kündigungsdatum (im Januar 2019), wurde mir dann, ohne Vorwarnung Geld abgebucht (59,00 € – entspricht einem Monatsbeitrag im Tarif “M”). Wenige Stunden später erhielt ich eine E-Mail, dass meine Mitgliedschaft reaktiviert wurde.
Völlig überrascht und mit der Vermutung, dass es sich hier um einen Systemfehler handelt, schrieb ich dem Urban Sports Club Service und bat um die Prüfung des Vorfalls. Kurze Zeit später die Antwort:

Via Facebook kommt der Verweis auf die Kündigungsfrist und den aktiven Monat der Mitgliedschaft. 

Für die “transparente Kommunikation in den AGB, FAQ und in der Willkommensemail”, bitte weiterlesen.

Kündigung während Pausierung führt zu ungewollter Reaktivierung der Mitgliedschaft

Als Nutzer ist man also gezwungen einen Monat lang erneut zahlendes, aktives Mitglied zu sein, ohne dies überhaupt zu wollen – oder zu wissen.
Leider war dieses Vorgehen weder transparent kommuniziert, wie via Facebook dargestellt, noch ist es sehr nutzerfreundlich.

Transparente Kündigungsbedingungen?

An eine transparente Darstellung der Kündigungsbedingungen, allen voran der zahlungspflichtigen Reaktivierung der Mitgliedschaft, kann ich mich leider so gar nicht erinnern. Ebenso wenig sind die aktuellen AGB bzw. FAQ-Formulierungen zu diesem Thema klar und deutlich. Dort heisst es:

Hier findet man leider keine Spur davon, dass man um zu kündigen, eine aktive Mitgliedschaft braucht.

Und leider ist auch die Formulierung in der Bestätigungsmail nach Abschluss einer Mitgliedschaft eher unklar:

Die aktuellen AGB sagen Folgendes:

5. KÜNDIGT DAS MITGLIED DIE MITGLIEDSCHAFT WÄHREND EINER PAUSE SO TRITT DIE KÜNDIGUNG

–       IN DEN TARIFEN M, L UND XL ERST ZUM ENDE DES FOLGENDEN AKTIVEN MITGLIEDSMONATS NACH ENDE DER PAUSE,

–       IN DEM TARIF S ERST ZUM ENDE DES ZWEITEN AKTIVEN MITGLIEDSMONATS NACH ENDE DER PAUSE

IN KRAFT. EINE PAUSE NACH EINGEREICHTER KÜNDIGUNG DER MITGLIEDSCHAFT VERLÄNGERT DIE MITGLIEDSCHAFT UM DIE JEWEILIGE ANZAHL AN PAUSEMONATEN.

Allein bei folgender Frage (zu finden in den FAQ), wird der Prozess etwas deutlicher dargestellt. Allerdings scheint es diese Information noch nicht allzu lang zu geben.

Geänderte Formulierungen...

Etwas merkwürdig ist dann auch, dass in  der Unternehmenskommunikation seit ein paar Monaten nicht mehr der bisher stark beworbene Wortlaut “monatlich kündbar” genutzt wird. Aktuell ist nur noch von “monatlich pausierbar” die Rede. 
Siehe hierzu den Vergleich der Homepages (Screenshots). Damals hieß es noch:

* Vorher (Stand Juni 2018)​ *

Aktuell (Stand Januar 2019) ist von “monatlich kündbar” zumindest in diesem Webseiten-Abschnitt keine Rede mehr

* Nachher (aktueller Stand Januar 2019)​ *

Lösung? Alternativen?

Aktuell lässt der Urban Sports Club keine Alternativen zu – Kündigungen sind nur während einer aktiven Mitgliedschaft unter Beachtung der geltenden Kündigungsfristen möglich.
Pausierte Mitgliedschaften werden ohne weitere Benachrichtigung aktiviert. Die Kündigung erfolgt genau einen Monat nach erneuter Reaktivierung der Mitgliedschaft.

Somit können für eine Kündigung ungewollte Kosten zwischen aktuell 29,00 € (Mitgliedschaft S) bis hin zu 129,00 € (Mitgliedschaft XL) entstehen.

Fazit: Seien Sie vorsichtig!

Auch wenn ich das Wort “Abzocke” hier nicht nutzen will, so ist es doch verwunderlich, wie wenig Wert beim USC scheinbar auf Kundenbindung und Kundenzufriedenheit gelegt wird. Nutzer langfristig zu überzeugen, zufrieden zu stellen, und damit zu halten (um so eine größtmögliche Customer Lifetime Value zu erreichen), scheint hier kein Ziel zu sein.

Persönlich fühle ich mich im Dunkeln gehalten und übergangen. Mein bis dahin entwickeltes positives Bild gegenüber dem Urban Sports Club hat sich so blitzschnell um 180 Grad gedreht.

Auch wenn “Knebelvertrag” hier sicher nicht zutreffend ist, so kann von transparenten Mitglieds- und Kündigungsbedingungen nur kaum gesprochen werden. Äußerst ärgerlich und äußerst schade!

An Den Urban Sports Club (USC)

Dieser Beitrag richtet sich in keinster Weise an die Service-Mitarbeiter vom USC. Diese haben mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts mit den festgelegten Kündigungsbedingungen zu tun und bisher schnell und höflich auf Anfragen reagiert.
Vielmehr müsste sich wohl das Management (und eventuell auch die Investoren) überlegen, ob diese Art der “Kundenbindung” für das Unternehmen langfristig zielführend ist.

Stand aller dargestellten Informationen: Januar 2019

4 Gedanken zu „Urban Sports Club Kündigung – Vorsicht, sonst zahlen Sie!

  1. urban sports ist die reinste abzocke – ich habe genau diese erfahrungen gemacht. erst ist alles ganz easy mit der pause und der kündigung, die man angeblich nur online eintragen muss und dann wird plötzlich die mitgliedschaft reaktiviert und das geld abgebucht, obwohl die einzugsermächtigung entzogen ist. telefonisch ist niemand erreichbar.

  2. diese “alles easy” mai hatte ich bekommen: Mitgliedschaft selbstständig pausieren: urbansportsclub.com/profile – unter “Mitgliedschaft” kannst du dann die Option “Mitgliedschaft pausieren” auswählen.
    Du kannst deine Mitgliedschaft jederzeit ab deinem nächsten Mitgliedschaftsmonat pausieren lassen. Logge dich dazu einfach auf unserer Webseite ein und pausiere deine Mitgliedschaft unter dem Reiter “Mein Konto”. Eine Pause kann zwischen einem und sechs Monaten betragen und ist nur im Zyklus deines Mitgliedschaftsmonats möglich. Pausen können bis zu einem Tag vor Beginn des nächsten Mitgliedschaftsmonats hinterlegt werden.
    Es ist nicht notwendig deinen Vertrag zu kündigen, wenn du bis zu 6 Monate die Mitgliedschaft nicht nutzen kannst.

  3. Das System Urban Sports Club ist eine Falle sondergleichen.
    – Unklare und kundenunfreundliche Kündigungsbedingungen.
    – Reaktivierungen von Pausen ohne Ankündigung.
    – Kündigung in Pausen nicht möglich, eine Kündigung in der Pause bedeutet Reaktivierung und weitere Zahlung für einen weiteren Monat.
    – Reaktivierung der Pause vor dem offiziellen Pausen-Ende versucht erneut Kosten. Am “offiziellen” Neustart wird erneut abgerechnet…

  4. Sehr informativer Artikel, den ich leider zu spät lese. Sogar wenn man die Funktion der “Covid-Pause” nutzt, muss man danach den Account erst für einen vollen Beitragsmonat reaktivieren und kann ihn erst daraufhin kündigen.
    Ich finde die Beschreibungen von Urban Sports Club bezüglich des Kündigens aus einer Pause heraus auch irreführend und unangemessen, da sich jenseits der daraus resultierenden Mehreinnahmen für Urban Sports Club kein Grund für dieses Vorgehen finden lässt.
    Schade, ich hatte Urban Sports Club sogar Freunden aufgrund der einfachen Kündigungsmöglichkeiten sogar empfohlen und muss diese nun grob enttäuschen.

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